Im Oktober 1945 begann mit Befehl der Sowjetischen Militär-Administration
in Deutschland (SMAD) die Wiederaufnahme der Automobil- und Motorradproduktion
im ehemaligem BMW-Werk, Zweigniederlassung Eisenach.
Wurden zunächst nur die Vorkriegsmodelle BMW 321 und BMW R35 hergestellt,
begannen bereits im September 1947 die Entwicklungsarbeiten für den
BMW 340, der auf dem Vorkriegsmodell BMW 326 basierte. Der BMW 340 ist somit
die erste PKW-Neukonstruktion in Deutschlnad nach dem Zweitem Weltkrieg.
Bereits im April 1948 wurden zwei Prototypen fertig- und vorgestellt.
Mit weiteren Fahrzeugen, die teilweise noch handgefertigt waren, wurde
ein öffentlicher Großtest über 10.000 km quer durch die sowjetische
Besatzungszone durchgeführt, der die Serienreife des Fahrzeugtyps bewies.
Die 1949 auf der Leipziger Frühjahrsmesse und in Brüssel gezeigten
Fahrzeuge erregten allgemeines Interesse, so dass noch in diesem Jahr
250 BMW-340-Limousinen gefertigt werden konnten. Bis 1951 wurden ca.
8.000 Einheiten produziert, die zum großen Teil in die Sowjetunion
und an die Behörden im Osten von Deutschland gingen. Auch im westlichen
Ausland erregte die nun auch mit einem Kombi (Typ 340-7) und einem
Sanitätswagen (Typ 340-4) ergänzte Palette einiges Aufsehen.
Ende 1951 wurde den Eisenachern durch das Urteil eines Düsseldorfer
Gerichtes das Recht abgesprochen, weiter das weiß-blaue BMW-Logo zu
nutzen. Im Zusammenhang mit der Rückgabe des Werkes von der
Sowjetregierung an die damalige DDR, wurde im Verlauf des Jahres 1952
nach und nach die Auslieferung der Wagen mit dem neuen weiß-roten
Logo EMW (Eisenacher Motoren Werke) vorgenommen.
Nachdem kleinere Veränderungen und Verbesserungen bereits in die laufende
Produktion eingeflossen waren, wurde ab 1952 der aktualisierte Typ
340-2 produziert. Dieser kam mit einer verbesserten Innenausstattung,
wie zum Beispiel einer durchgehenden vorderen Sitzbank, einer
Heizungs- und Defrosteranlage, neuen Instrumenten und nicht zuletzt
einer höheren Leistung von 57 statt bisher 55 PS daher.
1955 erfolgte auf politischem Druck die Einstellung der Produktion
zugunsten der zweitaktgetriebenen Typen F9 und später Wartburg 311.
Somit endete die Ära der Herstellung von noblen Reiselimousinen mit
laufruhigen Sechszylindermotoren in Eisenach.
Insgesamt wurden in den Jahren 1949 bis 1955 ca. 21.000 Fahrzeuge
der Aufbauformen 340 gefertigt - davon ca. 12.800 Limousinen des
Types 340-2.